Tri tratrullala – ein Zitat, ein Zitat. Tiefgründig und wunderschön.
Aus der Feder von

Lionel Richie

Erlebnisorientiertes Arbeiten

Der erlebnisorientierte Ansatz wurde u. a. von Walter Kempler begründet und zu einem späteren Zeitpunkt insbesondere durch den Familientherapeuten Jesper Juul bekannt.

Die Grundidee des erlebnisorientierten Arbeitens lässt sich folgendermaßen beschreiben: „Es gibt keine Probleme, die sich nur als individuelle Probleme einer einzelnen Person verstehen lassen. Wenn wir zusammenleben, sind Probleme in der Hinsicht gemeinsame Probleme, dass alle Beteiligten von ihnen beeinflusst werden und dass sie alle Einfluss auf die weitere Entwicklung haben.“

Der erlebnisorientierte Zugang richtet seinen Fokus auf die Kommunikation und das Erleben des Einzelnen in den Zusammenhängen seiner Beziehungen. Praktisch wird im gemeinsamen therapeutischen Gespräch vor allem mit den familiären Beziehungen im Hier und Jetzt gearbeitet – also mit dem gemeinsamen Erlebnis während der Therapie.

Als Menschen – egal welchen Alters – befinden wir uns in der ständigen Auseinandersetzung zwischen Integrität – also der Entscheidung für mich – und Kooperation. Dies ist natürlicher und unabdingbarer Teil von Beziehung. Kooperiere ich mehr, als mir guttut, wird das Folgen haben. Für mich und für meine Familienmitglieder. Es führt vielleicht dazu, dass ich von meinen Kindern, meiner Partnerin oder meinem Mitbewohner die gleiche Aufopferung, das gleiche Zuviel an Kooperation erwarte.

Der erlebnisorientierte Ansatz geht davon aus, dass diese (oft nicht bewussten) Verhaltensweisen und Haltungen auch im gemeinsamen Gespräch auftauchen, weil sie Teil von uns sind und so gemeinsam erlebbar und besprechbar werden. Deswegen geht es in der erlebnisorientierten Beratung/Therapie mehr um das „Wie?“ als um das „Was?“. Ziel ist es, dass die einzelnen Mitglieder sich sowohl sich selbst als auch sich gegenseitig verständlicher machen können: Wer bin ich und wer bist du?Info Box